Schwedische Weihnachtsmärkte

Draußen schneit es, Julia baut begeistert an ihrem neuen Lego-Technik Kran. Zeit für mich unseren Blog weiter zu füllen.

Wie wir schon berichtet haben, beginnt die Vorfreude auf Weihnachten in Schweden schon im dunkelgrauen November. Das ist aber auch die einzige Möglichkeit das Wetter auszuhalten. Mit der Vorfreude ziehen nicht nur Lichterketten in die Straßen und Weihnachtssterne in die Fenster, sondern es beginnt auch die Zeit der Weihachsmärkte.

Am letzten Novemberwochenende haben wir die Weihnachtsmarkt-Saison auf Schloss Gunnebo in Mondal eröffnet. Mit Bus und Bahn machten wir uns auf den Weg Richtung Mondal. Das Schloss ist für seine schöne Lange auf dem Land und für sein Bio-Café bekannt. Die Menschen- und Automassen sahen schon von weitem sehr viel versprechend aus. Anders als in Deutschland finden Weihachsmärkte hier meistens drinnen statt. – Eben dem Wetter angepasst. Auch an diesem Wochenende lag der Wetterbericht leider falsch und es regnete in Strömen. In zwei alten Wirtschaftshäusern gab es allerlei Kunsthandwerk, Wurst, Käse und Marmelade. Und natürlich Glögg! Um auch zu hause und mit unserem Besuch, der sich schon angekündigt hatte, Glögg zu trinken, entschieden wir uns ein paar kleine Flaschen mit zu nehmen. Als ich sechs Flaschen kaufen wollte, wurde ich SEHR verwundert angeschaut. Ich fragte mich, was daran so besonders sei sechs 330ml-Flaschen Glögg zu kaufen…Als ich den Preis hörte schaute ich dann genauso verwundert zurück, dachte aber gut wir sind ja in der Fremde… Später hat sich herausgestellt, es ist Konzentrat und wir trinken noch eine Weile Glögg.

Ein Wochenende später ging es dann mit Julias Eltern richtig los! Erst Liseberg, dann Weihachsmarkt in Haga. In Haga gab es neben Gardetanz, allerlei feinem Gebäck, vor allem alles vom Schaf: Wolle, Felle, Fleisch und Wurst. Zwei Plätze weiter lockten auf dem internationalen Weihnachtsmarkt deutsche Bratwürste, Schweizer Käse, englische Marmelade und vieles mehr.

Zu guter Letzt gab es im Kronhuset viel liebevolles von Vereinen und Kunsthandwerkern.

Lussekatt, Nobelpreisträger und Weihnachtsfeiern – Dezemberwochen in Schweden

Lange haben wir hier nicht mehr berichtet. Die letzten Wochen waren arbeits- und ereignisreich. Morgens gehen wir zwischen acht und neun aus dem Haus und fahren mit Bus, Straßenbahn und Schiff in die Uni. Nun wir hoffen, dass wir zu schönen Ergebnissen kommen werden…

Neben dem Arbeiten geschieht hier auch sonst viel. Donnerstag vor zwei Wochen ging es los mit der Division-Weihnachtsfeier bei uns Ineraction-Designern. Ab 16 Uhr gab es Glögg, Pepparkakor (eine Art Spekulatius) mit Blauschimmelkäse (!), selbstgebackene Lussekatt (Leckeres Hefegebäck mit Safran, das die Form eines Katzenkopfs haben soll) ,Weihnachtsschinken, Köttbullar, Hering, deutschen Christstollen und viele gute Gespräche. Ich habe mich dann gegen sieben verabschiedet und auf den Weg zum Flughafen Landvettern gemacht um unseren nächsten Besuch abzuholen. (Wir werden berichten). Mit noch mehr Glögg und Hering ging es bei der Weihnachtsfeier bei meinem Professor zu hause am folgenden Mittwoch weiter. Nun geniale Weihnachtsfeier in beeindruckender Umgebung.

Was darf Mitte Dezember in Schweden auch nicht fehlen? Genau das Luciafest! Der Sieg über die Dunkelheit wird gefeiert! Eigentlich wollte ich zum größten Luciaumzug Göteborgs gehen, aber irgendwie war ich zur falschen Zeit am falschen Ort… Und statt den Sieg über die Dunkelheit zu feiern, hat mich die Kälte besiegt. Aber ich hatte auch noch weitere Pläne für den Abend. Das hatte zwar nichts mit Lucia-Katzen zu tun, aber auch mit Katzen und dem international wichtigsten schwedischen Ereignis im Dezember. Die beiden diesjährigen Nobelpreisträger in Physik haben in Chalmers eine Vorlesung über Quantenphysik gehalten. Seis wies sei… Ob Schrödingers Katze nun tot ist oder noch lebt, viel habe ich nicht verstanden. Und Nobelpreisträger halten auch nicht unbedingt bessere Vorlesungen als andere. Wer von euch jetzt schon ganz neidisch auf die spannenden Erkenntnisse der Quantenphysik ist, kann sich gerne die Vorlesung online anschauen.

Seit letzter Woche sitzt eine Woche im Monat ein echt schwedischer PhD-Student bei mir im Büro. Am Freitag schienen sich alle Schweden entschlossen haben, meine Sprachkenntnisse zu verbessern, auch wenn mein Sprachkurs erst im Januar beginnt.

Morgens kurze Übung im Smalltalk. Nachmittags im Bioladen wurde ich nicht mehr in Englisch bedient. Englisch – nur noch zur Erklärung, Käse nur auf schwedisch. Leider musste heute mein Schwedisch-Unterrecht ausfallen. Meine Büro-Kollegen waren heute alle bereits auf dem Weg nach Hause und im Bioladen herrschte Weihnachtsstress pur. Dafür habe ich heute den frühesten Sonnenuntergang des Jahres mit Meerblick genossen.

Auf den Liseberg!

Zum Pflichtprogramm bei einem Göteborgbesuch in der Weihnachtszeit gehört ein Ausflug auf den Liseberg. Der Liseberg ist DER Freizeitpark mitten in der Stadt. Ich glaube vergleichbar mit dem Tivoli in Kopenhagen. Den kenne ich aber nur von Außen. Auf dem Liseberg findet der größte Weihnachtsmarkt in Göteborg statt. Außerdem bietet der Liseberg angeblich die einzige Möglichkeit im Dezember Schnee in Göteborg zu erleben! – Dies erwies sich aber bereits am Montag als falsch!

Wieder in der Stadt aus Salthomen zurück, sind wir von Brunnsparken mit einer historischen Straßenbahn zum Lisberg gefahren. Und mit „historisch“ meine ich nicht die Straßenbahnwagen, die hier täglich fahren, sondern wirklich ältere! Auf schönsten Holzbänken und mit adrettem Schaffner brausten wir auf dem Lisberg. Dort angekommen ging es schneller als wir erwartet hatten, durch die Kasse. Pro Person immerhin 80 SEK (etwa 9,30 EUR). Neben echten Rentieren gab es vor allem viele Schweden zu bestaunen! Ich hatte den Eindruck alle 9 Millionen Schweden oder zumindest alle im Großraum Göteborg waren auf dem Liseberg. Die Hauptattraktion scheinen Gewinnspiele zu sein, bei denen man mehrere Kilo Schokolade, dänisches Marzipan oder Toblerone gewinnen kann. Neben den großen Kohlegrills zum Aufwärmen der Hände und dem „Glühwein“ 2 dl für sparsame 65 SEK (7,50 EUR), hat uns die Beleuchtung am meisten fasziniert.

Hop hop Insel-Hopping

Seit Donnerstagnacht haben wir endlich wieder Besuch! Julias Eltern sind über ein verlängertes Wochenende aus Ludwigshafen über Frankfurt eingeflogen. Neben vielem anderen haben sie auch schönstes Wetter mitgebracht. So viel Sonne hatten wir seit Wochen nicht mehr. Also sind wir am Samstag auf Wunsch von Julias Mama zu den Inseln aufgebrochen. Als erstes ging es wieder zur Insel Vrångö. Dort haben wir eine Südspitzentour gemacht und die Wintersonne genossen. Um bei den winterlichen -10C° nicht einzufrieren, haben wir bald das Schiff nach Styrsö genommen. Styrsö ist deutlich belebter als Vrångö. Zwischen Motorrollern und kleinen Elektroautos spazierten wir von der Schiffsanlegestelle im Süden der Insel in den Norden. Dort sind wir in eines der zwei Cafés eingekehrt und haben uns mit Köttbullar-Broten, heißem Apfelkuchen und Glögg aufgewärmt.

Glögg ist das schwedische äquivalent zu deutschem Glühwein. Er ist an die schwedischen Alkoholpreise und den Gewürzkonsum angepasst;-)

Und weiter gings nach Brännö. Dort hofften wir auf einen Weihnachtsmarkt. Also ging es wieder quer über die Insel. Leider war der Weihnachtsmarkt noch nicht geöffnet oder wir haben ihn auf Grund seiner Größe übersehen. Da es bereits kurz vor vier war und somit beinahe dunkel, spurtete Julia zum Hafen. Durch ihren Charme konnte Sie den Kapitän überzeugen wieder Anzulegen und uns mitzunehmen. Sonst hätten wir zwei Stunden im Dunkeln auf der kalten Insel sitzen (Korrektur: stehen) müssen.

In Saltholmen angekommen, hoffte ich gemütlich mit der Straßenbahn nach Hause fahren zu dürfen und in unserem Schaukelstuhl wieder warm zu werden. Leider waren die Drei noch alles andere als müde! Also auf auf den Liseberg zum Göteborgs größtem und tollstem Weihnachtsmarkt.

Göteborg am Abend

Gestern hatten wir schönstes Herbstwetter, Morgens strahlende Sonne und nachmittags beinah sternenklarer Himmel. Und dazu noch angenehme8C°! Da Julia Momentan immer so bis gegen neun arbeitet, die perfekte Gelegenheit in aller Ruhe mit der Kamera einen ersten Blick auf die Weihnachtsbeleuchtung zu werfen!

Leider musste ich gestern noch eine Präsentation für heute fertig machen und bin deshalb erst kurz nach sieben aus der Uni gekommen. Da hatten die kleinen Läden leider schon zu, als ich in der Stadt angekommen war und dem entsprechend leer war es. Aber seht selbst…

Auf nach Klippan

Trotz des grauen Wetters sind wir am Samstag zu Hafenrundfahrt aufgebrochen. Wir können ja nicht warten bis der November vorbei ist! Eigentlich wollte ich nicht darüber bloggen, dann dachte ich, ich könnte vielleicht einfach ein Bild vom „blassen Typ vor der grauen Wand“ posten und damit wäre auch alles gesagt. (Der blasse Typ, ist der neben den netten Kommentaren von euch)…

Laut unseres Reisefüheres gibt es die beste Hafenrundfahrt mit der Linie 180 ab Lilla Bommen. Von Klippan kann man auf Skandinaviens größten Hafen schauen. Also los! Vorbei an meinem schönen Büro ging es nach Klippan. Dort angekommen sind wir erstmal in Klippans Konstcafé eingefallen. Eigentlich wollten wir dann über die größe Brücke, Älvsborgsbron, laufen und dann auf Hisingen zurück nach Lindholmen laufen. Leider haben wir den Weg auf die Brücke nicht gefunden. Also musste ich auf die großartige Aussicht verzichten… Naja wahrscheinlich hätte das Grau dort auch nicht anders ausgesehen…

Schwedisches Design

Schwedisches Design prägt unser Leben in nicht nur hier sondern auch in Deutschland man denke nur an Kleidung oder Möbel. Schweden versteht sich selbst, nicht zu unrecht, als innovatives Land. Und nicht zu Letzt spielen für meine Arbeit hier Designfragen eine Rolle. Deshalb habe ich mich gleich zu beginn entschlossen, Interessantes aus dem schwedischen Alltag zu sammele. Da ich die Bilder im Alltag sammeln, sind sie alle mit dem Handy aufgenommen:-(