Gastbeitrag: Ein letzter Besuch

Letztes Wochenende hatten wir ein letztes Mal Besuch aus Deutschland. Um euch daran teilhaben zu lassen, gibt es diesmal auch einen Gastbeitrag im Blog von Julias Mama:

Liebe Julia, lieber Lars!
Nun neigt sich Eure Zeit in Schweden schon wieder dem Ende. Da Ihr noch ein paar Tage Urlaub an Euren Aufenthalt anhängen und dafür mobil sein wollt habt Ihr Euch den VW Bus von Lars Eltern gewünscht. Silvia und Hans haben ihn uns anvertraut (vielen Dank!) und so sind wir gen Norden aufgebrochen. Wir haben bei Jutta und Wolfgang Zwischenstation gemacht und die Beiden haben uns sogar bis an die Fähre in Kiel begleitet. Über Nacht ging es nach Göteborg. Verabschiedet wurden wir mit Schnee und Eis. Die überwältigende Einfahrt am nächsten Morgen haben wir vom Oberdeck aus beobachtet. Es war eisig kalt und dazu blies ein noch kälterer Wind. Nur die Härtesten haben es im Freien ausgehalten. Wir waren dabei!!

Schon bei der Ausfahrt aus der Fähre bekamen wir von Julia und Lars optische Signale für Parkanweisungen. Lars besorgte ein Ticket und schon durfte ich (Bernd musste) wieder Fähre fahren. Mit den Kindern ging es erst mal zum Frühstücken ins „le petit café“. Ist urig und sehr zu empfehlen. Unter Platzangst sollte man aber nicht leiden. Nach meinen Erfahrungen glaube ich die Schweden sitzen bei der Kälte ganz gerne dicht aufeinander um sich warmzuhalten.

Der Rest des Tages ist für Shopping, Fisch- und Markthalle draufgegangen. Ich verstehe warum Julia und Lars die Stadt so mögen. Sie ist eindeutig schöner als Ludwigshafen und es gibt überall Wasser, was mir sehr entgegen kommt. Als wir abends zum Auto zurückkamen fanden wir ein Knöllchen vor. Das Ticket hatte sich wohl beim Zuschlagen der Autotür umgedreht und man konnte es von außen nicht mehr lesen. Das ist mehr als ärgerlich!!!

Am nächsten Tag haben wir gleich ausgenutzt den Bus zu haben und fuhren gen Norden. Erster Halt war Marstrand, eine Insel die nur mit der Fähre zu erreichen ist. Von wegen die Fähre wartet auf ihre Gäste!! Sowohl auf der Hin- wie auf der Rückfahrt ist sie uns vor der Nase weggefahren. Zum Glück ist es dort ein Pendelbetrieb mit hoher Frequenz.
Wir hatten während des ganzen Aufenthaltes so viel Glück mit dem Wetter. Die Fotos sind der Beweis. Es war bitterkalt, aber die Sonne hat geschienen was das Zeug hält und der Himmel (und somit das Meer auch) waren stahlblau. Ich dachte Lars hat bei seinen Fotos mit der Farbe nachgeholfen, aber die Farben sind hier wirklich so intensiv. Die Häuser sind alle so adrett und knallbunt angemalt. Die Silhouetten der Städte, meistens kombiniert mit Meer und Felsen sind immer wieder beeindruckend. Wer kunstvoll belegte Brote mit Meeresfrüchten liebt ist hier an der Quelle. Hier kann man durchatmen, die Weite und Einsamkeit genießen kombiniert mit wilder Natur. Man kann sich gut vorstellen, dass es mit der Einsamkeit im Sommer nicht mehr so weit her ist. Aber im Sommer kann jeder kommen. Wir picknicken bei Eis und Schnee direkt am Meer bis uns dann aber der Wind endgültig vertrieben hat. Fjällbacka steht auch im Reiseführer, also auf dorthin. Es geht über imposante Brücken und durch Baustellen in denen man sich doch lieber einen Jeep wünscht. In Fjällbacka mussten Julia und Lars noch ihre Energie loswerden und haben noch einen Felsen erklommen. Bernd und ich wünschten ihnen vielen Spaß und warteten in einem Café am Meer in der Sonne (windstill) auf ihre Wiederkehr. Ein paar Möwen haben sich in der Luft um etwas gestritten. Da machte es „flatsch“ und die Gräten (mit Kopf) eines recht großen Fisches landeten einen guten Meter neben uns. Wer meine Einstellung zu Möwen kennt der weiß, dass dieses Erlebnis wunderbar zu meinen Vorurteilen gegenüber diesen Vögeln passt.

Am nächsten Tag ging es Richtung Süden. Im Naturum Getterön hat man einen genialen Ausblick über das Naturschutzgebiet in dem es vor Vögeln nur so wimmelt. Es finden sich dort Familien mit Kindern ein, Touristen aber auch Hobby-Vogelbeobachter ausgestattet mit professionellen Fernrohren und Objektiven die so groß sind dass der Stuhl zu klein ist, um sie darauf abzulegen. Wenn man einen guten Platz im Wintergarten der Warte hat, kann man dort stundenlang sitzen und den Vögeln zuschauen. Wir sind weiter nach Varberg zum historischen Kaltbadehaus. Julia hat sogar jemanden im Wasser gesehen. Weit weg vom Gefrierpunkt kann das Wasser nicht gewesen sein! Bernd und ich wurden abends noch bekocht. Es gab leckeren Lachs mit einer besonders leckeren Zitronensauce. Mit dem Tatort haben wir den Tag ausklingen lassen 

Am unserem letzten Tag sind wir noch auf die nördlichen Schären. Über die steht nichts Explizites im Reiseführer. Wieder mussten wir die Fähre bemühen (für mich das Paradies). Diese Mal ging es auf die Inseln Hönö, Öckerö und Fotö. Nach anfänglicher Desorientierung haben wir doch noch die schönen Stellen gefunden. Zurück in Göteborg sind wir zu Julias Lieblings Café und haben am Wasser in der Sonne gesessen und Kaffee getrunken.

Morgen geht es schon wieder nach Hause. Wir wünschen Euch Beiden noch wunderschöne Tage in Göteborg und eine Rundreise die Ihr für immer in angenehmer Erinnerung behalten werdet.
Und dann auf zu neuen Ufern! Vielen Dank für die schöne Zeit mit Euch!

Ein Gedanke zu „Gastbeitrag: Ein letzter Besuch

  1. Wie schön! Und wie immer, wenn ich eure Einträge lese und die Fotos anschaue, weiß ich: es war ein Fehler, nur einen Besuch bei euch einzuplanen ;). Ihr fehlt uns und wir freuen uns auf euch! Genießt euren noch ausstehenden Urlaub!

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