Gastbeitrag: Ein letzter Besuch

Letztes Wochenende hatten wir ein letztes Mal Besuch aus Deutschland. Um euch daran teilhaben zu lassen, gibt es diesmal auch einen Gastbeitrag im Blog von Julias Mama:

Liebe Julia, lieber Lars!
Nun neigt sich Eure Zeit in Schweden schon wieder dem Ende. Da Ihr noch ein paar Tage Urlaub an Euren Aufenthalt anhängen und dafür mobil sein wollt habt Ihr Euch den VW Bus von Lars Eltern gewünscht. Silvia und Hans haben ihn uns anvertraut (vielen Dank!) und so sind wir gen Norden aufgebrochen. Wir haben bei Jutta und Wolfgang Zwischenstation gemacht und die Beiden haben uns sogar bis an die Fähre in Kiel begleitet. Über Nacht ging es nach Göteborg. Verabschiedet wurden wir mit Schnee und Eis. Die überwältigende Einfahrt am nächsten Morgen haben wir vom Oberdeck aus beobachtet. Es war eisig kalt und dazu blies ein noch kälterer Wind. Nur die Härtesten haben es im Freien ausgehalten. Wir waren dabei!!

Schon bei der Ausfahrt aus der Fähre bekamen wir von Julia und Lars optische Signale für Parkanweisungen. Lars besorgte ein Ticket und schon durfte ich (Bernd musste) wieder Fähre fahren. Mit den Kindern ging es erst mal zum Frühstücken ins „le petit café“. Ist urig und sehr zu empfehlen. Unter Platzangst sollte man aber nicht leiden. Nach meinen Erfahrungen glaube ich die Schweden sitzen bei der Kälte ganz gerne dicht aufeinander um sich warmzuhalten.

Der Rest des Tages ist für Shopping, Fisch- und Markthalle draufgegangen. Ich verstehe warum Julia und Lars die Stadt so mögen. Sie ist eindeutig schöner als Ludwigshafen und es gibt überall Wasser, was mir sehr entgegen kommt. Als wir abends zum Auto zurückkamen fanden wir ein Knöllchen vor. Das Ticket hatte sich wohl beim Zuschlagen der Autotür umgedreht und man konnte es von außen nicht mehr lesen. Das ist mehr als ärgerlich!!!

Am nächsten Tag haben wir gleich ausgenutzt den Bus zu haben und fuhren gen Norden. Erster Halt war Marstrand, eine Insel die nur mit der Fähre zu erreichen ist. Von wegen die Fähre wartet auf ihre Gäste!! Sowohl auf der Hin- wie auf der Rückfahrt ist sie uns vor der Nase weggefahren. Zum Glück ist es dort ein Pendelbetrieb mit hoher Frequenz.
Wir hatten während des ganzen Aufenthaltes so viel Glück mit dem Wetter. Die Fotos sind der Beweis. Es war bitterkalt, aber die Sonne hat geschienen was das Zeug hält und der Himmel (und somit das Meer auch) waren stahlblau. Ich dachte Lars hat bei seinen Fotos mit der Farbe nachgeholfen, aber die Farben sind hier wirklich so intensiv. Die Häuser sind alle so adrett und knallbunt angemalt. Die Silhouetten der Städte, meistens kombiniert mit Meer und Felsen sind immer wieder beeindruckend. Wer kunstvoll belegte Brote mit Meeresfrüchten liebt ist hier an der Quelle. Hier kann man durchatmen, die Weite und Einsamkeit genießen kombiniert mit wilder Natur. Man kann sich gut vorstellen, dass es mit der Einsamkeit im Sommer nicht mehr so weit her ist. Aber im Sommer kann jeder kommen. Wir picknicken bei Eis und Schnee direkt am Meer bis uns dann aber der Wind endgültig vertrieben hat. Fjällbacka steht auch im Reiseführer, also auf dorthin. Es geht über imposante Brücken und durch Baustellen in denen man sich doch lieber einen Jeep wünscht. In Fjällbacka mussten Julia und Lars noch ihre Energie loswerden und haben noch einen Felsen erklommen. Bernd und ich wünschten ihnen vielen Spaß und warteten in einem Café am Meer in der Sonne (windstill) auf ihre Wiederkehr. Ein paar Möwen haben sich in der Luft um etwas gestritten. Da machte es „flatsch“ und die Gräten (mit Kopf) eines recht großen Fisches landeten einen guten Meter neben uns. Wer meine Einstellung zu Möwen kennt der weiß, dass dieses Erlebnis wunderbar zu meinen Vorurteilen gegenüber diesen Vögeln passt.

Am nächsten Tag ging es Richtung Süden. Im Naturum Getterön hat man einen genialen Ausblick über das Naturschutzgebiet in dem es vor Vögeln nur so wimmelt. Es finden sich dort Familien mit Kindern ein, Touristen aber auch Hobby-Vogelbeobachter ausgestattet mit professionellen Fernrohren und Objektiven die so groß sind dass der Stuhl zu klein ist, um sie darauf abzulegen. Wenn man einen guten Platz im Wintergarten der Warte hat, kann man dort stundenlang sitzen und den Vögeln zuschauen. Wir sind weiter nach Varberg zum historischen Kaltbadehaus. Julia hat sogar jemanden im Wasser gesehen. Weit weg vom Gefrierpunkt kann das Wasser nicht gewesen sein! Bernd und ich wurden abends noch bekocht. Es gab leckeren Lachs mit einer besonders leckeren Zitronensauce. Mit dem Tatort haben wir den Tag ausklingen lassen 

Am unserem letzten Tag sind wir noch auf die nördlichen Schären. Über die steht nichts Explizites im Reiseführer. Wieder mussten wir die Fähre bemühen (für mich das Paradies). Diese Mal ging es auf die Inseln Hönö, Öckerö und Fotö. Nach anfänglicher Desorientierung haben wir doch noch die schönen Stellen gefunden. Zurück in Göteborg sind wir zu Julias Lieblings Café und haben am Wasser in der Sonne gesessen und Kaffee getrunken.

Morgen geht es schon wieder nach Hause. Wir wünschen Euch Beiden noch wunderschöne Tage in Göteborg und eine Rundreise die Ihr für immer in angenehmer Erinnerung behalten werdet.
Und dann auf zu neuen Ufern! Vielen Dank für die schöne Zeit mit Euch!

Vinter Vandring i Bohuslän

Vor gut zwei Wochen waren wir ein Wochenende zum Kajaken in Lysekil. Da wir aber nur am Samstag auf dem Wasser unterwegs waren, konnten wir am Sonntag bei schönster Sonne und früh-frühlingshaften Temperaturen die Küste vom Land aus unsicher machen. Zu Beginn liefen wir eine Runde durch den Ort, aber im Winter ist Lysekil so gut wie ausgestorben. Ich glaube, ich berichtete, dass wir beinah die einzigen Gäste im Hostel waren!? Also sind wir nach einem kleinen Rundgang durch das Aquarium auf den Wanderweg durch das Naturschutzgebiet an der Küste gewechselt. Die schroffe Felsküste und die Natur ist wirklich sehr beeindrucken. Das finden übrigens nicht nur wir. CNN hat die Küste von Bohuslän als eine der zehn schönsten Wildnissen betitelt.
Zum Glück war der Wanderweg nicht zu eisig und an sehr steilen Stellen gibt es sogar Geländer…

Vinterpaddling & Vandrarhem i Lysekil

Schon vor längerem haben wir überlegt, was wir hier machen sollten, was in der Heimat schwieriger oder zumindest unüblicher ist. Da Langschlittschulaufen diesen Winter nur in Nordschweden möglich ist, war uns dies zu aufwendig und zu teuer. Da blieb uns noch das Kajaken. Nicht unbedingt eine Wintersportart, aber wieso nicht!? Vor lauter Angst es könnte ausgebucht sein, haben wir schon vor vielen Wochen bei nautopp „Vinterpaddling & Vandrarhem“ in Lysekil gebucht.
Am Freitag war es dann endlich soweit! Mit dem Bus 841 gings nach getaner Arbeit auf nach Lysekil. Lysekil ist ein kleiner mondäner Badeort rund 100 km nördlich von Göteborg. Nach etwa zwei Stunden Fahrt, machten wir uns zu Fuß auf die Suche nach unserem Hostel. Dort angekommen, stellten wir fest, dass die Rezeption geschlossen hatte und wir den Zimmerschlüssel im zugehörigen Hotel zwei Straßen weiter abholen mussten.
Was unsere Unterkunft mit einem Hostel zu tun haben sollte, ist mir nicht klar geworden. Wir mussten das Bett selbst beziehen, aber sonst?
In der Gemeinschaftsküche lernten wir dann beim „Kochen“ gleich alle weiteren Gäste des Hostels kennen. Ein Ehepaar aus Mittelschweden, die natürlich auch zum Kajaken da waren.
Trotzt der Kälte mussten wir natürlich noch am Freitagabend Küste und Stadt erkunden. Leider hatte das Kaltbadehaus geschlossen. Aber bei -0,3°C Wassertemperatur, will auch kein Schwede und auch wir nicht mehr schwimmen.
Am nächsten Morgen gings dann gegen kurz vor 10 zur Kajakstation. Netterweise hat uns das schwedische Ehepaar, er Logistikunternehmer für Hölzer, sie Schulrektorin, mit dem Auto mitgenommen.
Und dann ging es auch schon los! Was zieht man unter die Drysuits, die wasserdichten Ganzkörperanzüge? Und verdammt wie kommt man da denn rein und macht sie zu? Aber irgendwie hat es mit etwas Hilfe dann geklappt. Noch kurz die Sicherheitseinweisung… Nach 15 Sekunden sollte ich wieder im Kajak sein, wenn ich kentere. Hm okay. Und wie komme ich da überhaupt rein?
Wir saßen zusammen in einem Zweierkajak, also sitzen wir mal wieder in einem Boot. Julia vorne, Lars hinten. Julia gibt den Takt vor, Lars sieht nichts, darf aber lenken.
Ein Kajak zu lenken ist eine Sache für sich. Irgendwie sind wir mehr oder weniger in der eisbefreiten Spur der anderen, wir waren zu siebt, aus dem Hafen gekommen. Dann ging es im Slalom raus aufs Meer. Irgendwann haben uns dann auch die Seerobben entdeckt und neugierig aus dem Wasser geschaut!
Mittagspause gab es auf einer kleinen Insel, oder vielleicht eher einem größeren Felsen mit mitgebrachtem Vesper und heißer Schokolade von unserem Guide gemacht. Erstaunlicherweise klappte das ein und aussteigen besser als erwartet. Am Nachmittag wurde alles schon einfacher und wir immer mutiger. Handschuhe und Mütze wegpacken und Sonne genießen. Ohne nasse Handschuhe, lässt sich dann auch gleich die Kamera bedienen!
Wieder zurück an Land, waren wir sehr erschöpft, fröhlich und trocken. Als wir endlich wieder die Anzüge ausgezogen hatten, wurde es dann doch noch plötzlich nass und kalt! Der Wasserschlauch zum Kajaks reinigen hatte sich verselbständigt und uns eine kühle Dusche verpasst…

Die Tage werden wieder länger!

Nachdem die Tage zum Jahresende nur noch kurz waren und die Sonne selbst an sonnigen Tagen nur schwach war, werden die Tage jetzt wieder länger. Endlich! Im Januar hatten wir dazu noch viele Tage mit schönem Wetter. Da heißt es raus und so viel Sonne genießen wie möglich!
Da wir gelegentlich der Stadt überdrüssig werden, ging es vor drei Wochen mal wieder auf die südlichen Inseln vor Göteborg. Da jede Insel ihren ganz eigenen Charme hat, gibt es auch immer noch genug zu entdecken. Dies mal gings nach Brännö, der nördlichsten der südlichen Inseln. Um die Sonne richtig aus zu kosten, spazierten wir zu erst eine große Runde dem Wanderweg folgend über den unbewohnten Teil der Insel. Ja auf Brännö gibt es markierte Wanderwege! Sehr zu unserer Beruhigung. Denn bei Schnee und Eis, waren wir uns nicht sicher, ob das Eis unter unseren Füßen gerade nur eine Pfütze bedeckt, einen Sumpf, oder eine kleine aber tiefe Meerenge. Nach knapp zwei Stunden bei zweistelligen Minusgraden, sind wir zufrieden ins Insel-Café eingefallen. Nach kräftiger Stärkung – „Wir nehmen von jedem Teilchen eins.“ Wie? Meinen Sie das ernst? „Ja!“ und einigen Tassen Kaffee gings auch schon wieder nach hause.

Kulturschock Schweden

Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag wurde am Freitag den 4ten Januar
geboren. Durch stetiges Wachstum sind wir heute in der Lage ihn euch zu
präsentieren.

Wir haben euch schon viel über unsere Ausflüge und unser Leben hier
berichtet. Heute beim gemeinsamen Kaffee nach dem Mittagessen ist uns
gekommen, dass wir mehr über die kleinen Besonderheiten im schwedischen
Alltag berichten könnten. Und damit sind wir auch schon gleich beim
ersten Thema.

Mittagessen

Egal wo man in Schweden zum Mittagessen geht, ist mindestens der Kaffee
danach schon mit dabei. Sonst ist es ja kein Mittagessen! Normalerweise
ist auch ein Salat und Wasser gleich im Preis inbegriffen.

Heute waren wir auf dem Campus Lindholmen, wo Lars arbeitet, in L’s
Kitchen essen, „die beste Kantine“, die Julia je probiert hat ( mit
Ausnahme von vielleicht der BASF Kantine an TOR 3, wobei Lars sie nicht
mag…ihm war wohl die Auswahl zu groß…).
Dort zieht man seinen Studentenausweis einfach durchs Computerterminal,
ist als Student 60 SEK ärmer und dann gibt’s essen.Zur Auswahl stehen
lokale und internationale Gerichte, jeweils mit Fleisch oder Fisch.
Vegetarier schauen dabei aber meistens in die Röhre, denn selbst die
Salate sind mit Fisch und /oder Fleisch. Die Salatbeilage kann man sich
an einem kleinen Buffet selbst zusammenstellen. An so einem schönen
Freitag wie heute gibt es in besonderen Lokalitäten sogar einen
Nachtisch gleich neben der Kaffeemaschine. Sonst „nur“ Kekse. Und das
alles für 60 Kronen ca. 6,50 €. Ich finde, da können selbst wir
Deutschen mit unserem günstigen Essen uns nicht beschweren.

Mit Kaffee geht es weiter und zwar gleich doppelt. Die zweite Tasse
Kaffee ist üblicherweise in den Cafés gratis. Entweder die Kanne steht
gleich irgendwo für die Gäste griffbereit oder man reicht den
freundlichen Bedienungen hinter der Theke seine leere Tasse und bekommt
sie voll zurück. Um zu einer Bedienung zu gelangen muss man immer an die
Theke, denn hier gibt es außer zum edlen und teuren Abendessen
eigentlich nirgends Bedienung am Platz. Gleich neben der Kasse stehen
auch einige Gewürzdosen. Denn nicht nur in der Weihnachtszeit wird hier
Kaffee z.B. gerne mit Kardamom getrunken. Kleiner Tipp nebenbei: Das
soll auch die Verträglichkeit von Kaffee deutlich verbessern.

Von freundlichen Busfahrern und klingelnden Kapitänen

Ziemlich zu Beginn unseres Aufenthaltes hattet wir einige eigenartige
Erlebnisse. In der Ferne steht z.B. die Fähre am Kai und man denkt, die
bekomme ich eh nicht mehr, warum also beeilen. Man geht also
gemächlichen Schrittes und es vergeht eine gefühlte Ewigkeit, aber welch
Wunder, man erreicht die Fähre doch noch. Wenn der Fahrer eines
öffentlichen Verkehrsmittels sieht, dass man noch mit will, warten sie
hier einfach. Wenn man das nicht weiß, wie wir zu Beginn, fühlt sich das
ganz schön peinlich an. Immerhin haben wir uns am Anfang alle Zeit der
Welt gelassen. Man würde vermuten, dass dadurch viele Verspätungen
entstehen, aber außer den „normalen“ Verspätungen im Berufsverkehr oder
durch (regelmäßige) technische Störungen haben wir noch keine massiven
Verspätungen erlebt. Als wir uns letztens mit einem echten Schweden
unterhalten haben, war er ganz entsetzt, wie Busfahren in Deutschland
überhaupt funktioniert, wenn der Fahrer nicht auf Winken reagiert!?
Auch heute waren wir mal wieder auf dem Weg zur Fähranlegestelle, aber
wir haben ja einen freien Nachmittag und mussten uns nicht beeilen. Also
sind wir nicht zu der Fähre, die schon bereit stand gerannt. Aber der
Kapitän hatte es wohl auch nicht so eilig und hat auf uns gewartet. Auf
den letzten 25 m ist es ihm dann aber wohl doch zu blöd geworden und hat
uns dann zum Zeichen, dass wir uns jetzt doch mal beeilen sollen geklingelt.

Vielleicht hat das auch tatsächlich mit dem Wetter hier zu tun, denn
auch Autofahrer haben hier eigenartige Marotten. Steht man auf dem
Bürgersteig und will über einen Zebrastreifen, halten die Autofahrer und
warten bis man rübergeganen ist. Selbst grüne Ampeln halten die
schwedischen Autofahrer nicht davon ab für Fußgänger zu halten. Rennt
ein Fußgänger zum Bus halten alle, selbst bei mehrspurigen Fahrbahnen.

Supermärkte

Seit rund zehn Jahren versucht LIDL Fuß in Schweden zu fassen. Bisher,
laut RadioSchweden, ohne Erfolg. Die Schweden mögen das „seltsame“
Sortiment nicht. Klar verständlich. Aber die schwedischen Supermärkte
haben auch ihre Eigenheit. Und es gibt tatsächlich Dinge, die man hier
einfach nicht, GAR NICHT, kaufen kann, z. B. Vanillepudding. Auch
anständiges Brot findet sich kaum. Das normale Brot hier ist gesüßt. Und
ein Käse auf einem süßen Brot schmeckt für einen Durchschnittsdeutschen
nicht wirklich gut. Angeblich gab es eine Zeit in Schweden in der Mehl
knapp aber Zucker reichlich vorhanden war, deshalb wurde wohl die
Teigmischung von Brot angepasst und bis heute hat sich daran nichts
geändert. Trotzdem überrascht uns immer wieder wie gut auch deftiger
Belag auf einem süßen Brot schmecken kann. Vor allem Shrimps und
Köttbullar mit Roter Beete kombinieren die Schweden hervorragend mit
süßem Brot.

Zum Bezahlen braucht man hier eigentlich kein Bargeld. Man zahlt mit EC-
oder Kreditkarte jeden Betrag und am Liebsten an der „schnell-Kasse“ zum
selbst scannen (wie beim Ikea). Will man doch Bar bezahlen sieht man
sich plötzlich unbekannter Technik ausgesetzt. Scheine nehmen die
Kassierer noch selbst in die Hand, Münzen aber muss man in eine Schale
werfen. Der eingeworfene Betrag wird dann vom Automaten errechnet und
dass es auch für die Kassierer nicht zu schwierig wird, müssen sie die
Scheine in einen Schlitz stecken, damit der Automat auch diese erkennen
kann. Das Wechselgeld kommt dann in einer anderen Schale wieder raus.

Obwohl wir gar nicht so weit von zuhause weg sind, wundern wir uns immer
wieder über kleine und große Unterschiede. Wenn ich so darüber
nachdenke, fallen mir gleich noch ein paar „Merkwürdigkeiten“ ein, z.B.
wie der Schwede sich in Schlangen anstellt oder das Ticketsystem in den
öffentlichen Verkehrsmitteln…

Adventsbesuch II

Nach dem wir am ersten Advent Besuch von Julias Eltern hatten, besuchte uns am Zweiten meine Schwester Lisa.

Den Freitag nutzen wir beide um vormittags durch die Stadt zu bummeln. Aber zu aller erst lernte Lisa die Eigenarten des öffentlichen Nahverkehrs in Göteborg kennen – Oberleitungsschaden an Brunnsparken. Da normalerweise Brunnsparken nahezu alle Straßenbahnen halten, war das Chaos entsprechend groß…

Nach ausführlichem Rundgang durch die Innenstadt, Fotos am eisigen Hafen und einem schnellen Mittagessen bei DaMatteo gings mit dem Bus zurück zu einem gemütlichen Nachmittag zu hause.

Am Samstag stand dann der Höhepunkt eines jeden Göteborgs-Besuches auf dem Programm: Ein Ausflug auf die südlichen Schären vor Göteborg. Für uns war es bereits der Dritte Ausflug nach Vrångö. Und auch wenn unser letzter Besuch gerade erst eine Woche her war, war alles anders. Nur die eisige Kälte und der Sonnenschein war der gleiche. Erwähnte ich bereits, dass das Wetter nur schön ist, wenn wir Besuch haben und uns niemand mehr glaubt, dass es hier viel GRAU ist?

Nach einem zügigen Spaziergang über die Südspitze entschieden wir uns das Schnellboot zurück nach Salthomen zu nehmen, um nicht auf der Insel fest zu frieren.

Zurück in der Stadt ging es noch eine Runde auf den Weihnachtsmarkt in Haga. Dort erstanden wir noch das ein oder andere Mitbringsel.

Sonntags hieß es dann schon wieder Abschied nehmen. Vorher ging es aber noch einmal mit Sack und Pack in die Stadt um in Eriksberg, in einem der schönsten Cafés (Lundbergs Cafe) zu Frühstücken und anschließend noch Weihachsgeschenke für die lieben Kleinen zu kaufen.

Frohes neues Jahr! Gott nytt år! Happy new year!

Wir wünschen euch allen ein zufriedenes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2013.

Frohes neues Jahr! Gott nytt år! Happy new year!

Frohes neues Jahr! Gott nytt år! Happy new year!

Leider ist das große Göteborger Feuerwerk abends um fünf in den Wolken verschwunden…

Dafür wurde es um zwölf um so besser. Wir hatten schon befürchtet, dass nachdem die Schweden schon mit einsetzender Dunkelheit, um drei, wie verrückt geballert hatten, Nacht nichts mehr übrig sein würde. Dem war aber nicht so…

Hier verschwindet eine Rakete in den Wolken.

Hier verschwindet eine Rakete in den Wolken.

Zahlen zum Jahresabschluss

Vor 91 Tagen haben wir uns auf die 1345 km lange Reise mit dem Zug nach Göteborg begeben. Seit dem haben wir euch in 25 Einträgen von unserem Aufenthalt erzählt und euch 250 Bilder gezeigt. Dazu habt ihr ca. 160 Kommentare geschrieben. Vielen Dank dafür! Leider waren davon aber ca. 100 SPAM:-( Seit ende September wurde unser Blog 4352-mal aufgerufen. Wir wissen von 11 Leserinnen und Lesern, die unserem Blog regelmäßig lesen. Diese werden über jeden neuen Beitrag per Mail informiert.

Wir sind sehr gespannt über was wir euch im neuen Jahr und unseren noch bleibenden 3 Monaten noch berichten dürfen.

Begegnung mit dem Sandtigerhai Herman

Gestern konnten wir endlich den (von dem Kind in mir ersehnten) Besuch im Universeum machen. Skandinaviens größtes Wissenschaftszentrum für Kinder. Eigentlich hatten wir diesen Ausflug für meinen Geburtstag geplant, leider hatte Lars eine Erkältung und auf den Straßen und Gehwegen war schreckliches Glatteis. So verbrachten wir meinen Geburtstag bei schönstem Sonnenschein in unserer Wohnung und der direkten Umgebung.

Um euch einen Eindruck vom Glatteis zu geben: Stellt euch vor 20 cm Schnee schmelzen, können aber wegen Eismatsch nicht abfließen, und diese Pampe friert dann in der Nacht zu einer Eisschlicht zusammen. Auf ebenen Wegen ist das ja schon schlimm genug, aber hier geht es ja nur rauf und runter. Jetzt gab es ein paar Spikes für mich. Leider sind sie zu klein für Lars, aber wir sind auf der Suche nach passenden für ihn.

20121230_131025

Der Besuch im Universeum war ein echtes Highlight. Nicht nur der Kurzurlaub im Regenwald, sondern auch der Tauchtrip mit den Haien Herman, Veiron, Tony und Miss Sågkrates waren toll ;). Wir zwei konnten auch mal ausprobieren, wie man wohl Schalter in der Schwerelosigkeit umlegt (gar nicht so einfach) und ich konnte mir mal anschauen, was Kollegen von Lars bei ihrer Arbeit so treiben.

Das Museum hat erst 2001 aufgemacht und das merkt man. Man geht als Besucher nicht durch die Ausstellung und schaut sich alles an, man kann alles erleben, anfassen und untersuchen. Und auch die Tiere schaut man sich nicht einfach in ihren Käfigen an, man begibt sich in ihr Reich. Der Regenwald erstreckt sich über 5 Stockwerke und hat keinen einzigen Käfig. Zwei oder drei Bereiche sind voneinander abgegrenzt, dass z.B. die Affen nicht alle anderen Tiere verrückt machen, aber in ihren Bereichen können sich alle Tiere ihren Möglichkeiten entsprechend frei bewegen. Eine Ausnahme fällt mir doch noch ein: Die Pfeilgiftfrösche sind in einem Aquarium untergebracht…

Ich war auch froh, dass ich nicht ins rein Haibecken musst, um die Haie von ganz nah zu beobachten. Es ist schon ein Erlebnis von allen Seiten von kleinen und großen Fischen umgeben zu sein. Und trotz Glasscheibe ist mir plötzlich ganz anders geworden als der 2,5 m lange Sandtiergerhai Herman direkt auf mich zu geschwommen kam und dann glücklicherweise einfach über mich weg glitt.

Der interaktive Musiktisch war leider von zwei gelangweilten Eltern belegt, deren Kinder sich mit allerlei Experimenten vergnügten. Trotzdem hat er mich ganz schön fasziniert. Was Leute sich alles ausdenken?!