Mit der Straßenbahn ans Meer

Nach einer Woche schönster Herbstsonne, haben wir wieder das typische „Lilla London“-Wetter – viel Regen, wenig Sonne. Gerade recht um von unserem Ausflug ans Meer letzten Sonntag zu berichten. Wir sind mit der Stadtbahn, die unser neues Zuhause mit dem Meer verbindet, nach Saltholmen gefahren. Von dort aus fahren Schiffe zu den südlichen Insel vor Göteborg. Da die Inseln noch zu Göteborg gehören, gelten für die Schiffe sogar noch unsere Zeitkarten. Da wir nur wussten, dass alle Inseln schön sein sollten, haben wir uns für die südlichste entschlossen und sind nach Vrångö gefahren.

 Auf Vrångö gibt es einen kleinen Ort mit Hafen und bezaubernde Natur. Sonst nicht. Die Bilder beschreiben es besser, als ich es hier kann. Eigentlich haben wir auf ein kleines Café oder ähnliches gehofft, aber es gab nur einen geschlossenen Supermarkt und einen Kiosk. Der Verkäufer in eben diesem Kiosk war überausglücklich, dass wir bei ihm eine Pause gemacht haben. Ich glaube wir waren die einzigen Kunden an diesem Tag. Auf dem Rückweg am Abend gab es dann ein kleines Café:)

Hands on!

Nun bin ich schon über eine Woche am t2i Lab der Universität Chalmers. Letzte Woche Dienstag wurde ich sehr freundlich von meinem betreuenden Professor und meinem betreuenden PhD-Student empfangen und erst mal zum Mittagessen eingeladen. Da ich Vollzeit im Lab bin, sitze ich nicht bei den Masterstudenten, sondern bei meinem Betreuer direkt im Büro. Ich durfte mir einen der noch freien Schreibtische aussuchen und wurde gleich darauf hingewiesen, dass ich drauf achten sollte, in einer guten Position zum Fenster zu sitzen – denn im Winter sei man über jedes Licht froh! Nach einigen Regentagen ist es zurzeit aber noch sehr sonnig. Am Wochenende hat es sogar beinah für Sonnenbrand gereichtJ – Das gehört aber in einen anderen Artikel.

Nicht nur meine betreuende Arbeitsgruppe ist stets bemüht, dass ich mich wohlfühle und alles gut läuft, sondern alle, die in unserem Stockarbeiten sind sehr hilfsbereit. Und wenn es mal Fragen oder Probleme gibt, lässt sich alles klären. Am besten bei einer Tasse Kaffee! – Das schwedische Nationalgetränk!  In der Departmentsküche steht ein großer Kaffeeautomat, der einem immer frischen Kaffe macht – den zahlt die Uni -, in unserem Büro steht eine Kaffeemaschine, für die kommt mein betreuender Professor auf. Und im Mittagessen, das nicht vergleichbar mit Mensaessen in Stuttgart ist, ist auch gleich der Kaffee dabei.

Also haben wir meine erste kurze Woche genutzt, um uns viel zu unterhalten und das Thema meiner Arbeit zu definieren, alles natürlich bei der ein oder anderen Tasse Kaffee. Diese Woche habe ich jetzt angefangen erste Prototypen zu entwerfen. Morgen geht’s ans testen – ich bin gespannt was dabei rauskommt.

P.S.: Über das Gebäude, in dem ich sitze habe ich ja bereits an anderer Stelle berichtet. Ich weiß auch nicht wieso das zum Wohnen gewandert ist?! Aber so schön, dass ich dort auch wohnen würde ist es;)

Wir ziehen um!

Nun da uns niemand eine beheizbare Garage vermieten wollte, waren wir gestern bei boplats, der Wohnungsagentur hier in Göteborg. Da der Wohnungsmarkt in Schweden staatlich geregelt ist, vermittelt die Stadt auch gleich einem eine Wohnung. Um eine Wohnung in einem der beliebten Stadtteile zu bekommen muss man wohl gute 20 Jahre warten und Eltern melden ihr Kind bei der Geburt gleich fürs Studentenwohnheim an. Da unsere Eltern uns leider bei Geburt noch nicht angemeldet haben und wir weder noch 20 Jahre warten wollen, noch unseren Aufenthalt solange im Voraus planen konnten, haben wir es einfach auf gut Glück versucht.

Und wie es der Zufall will, war kurz vor uns wohl ein älterer Herr bei boplats um Nachmieter für sein Apartment zu suchen. Da er ein Paar für ein halbes Jahr suchte, rief ihn die hilfsbereite Dame gleich an. Wir verabredeten uns Ihn gleich zu besuchen. Also machten wir uns mit der Busline 58 auf nach Bergsjön. Bergjön ist ein äußerer Stadtbezirk von Göteborg im Nordosten. Der Bus braucht aus dem Zentrum ca. eine Halbestunde und es wird immer ländlicher. Als wir in Bergsjön angekommen sind, regnete es wie hier eigentlich meistens.  Deshalb wurden wir von unserem zukünftigen Vermieter mit dem Auto von der Bushaltestelle abgeholt. Er ist ein lustiger älterer Schwede, der alleine lebt und jetzt ein Halbesjahr verreist und jemanden sucht, der in seiner Wohnung wohnt und nach dem Rechten sieht.

Nach kurzer Beratung mit meinem Betreuer in der Uni – dem einzigen echten Schweden, den ich hier kenne – haben wir uns entschieden nächste Woche nach Bergsjön zu ziehen.